Norm mich nicht voll

Norm mich nicht voll oder: Diesen Eltern Sorgen machen – Demonstration und Gegenaktion am Samstag, 24.01.

Der rechtskonservative Verein „Besorgte Eltern“ ruft für Samstag, 24. Januar, zu einer Demonstration in Hamburg auf. Unter dem Motto „Der Regenbogen gehört uns“ soll gegen sexuelle Vielfalt, eine zeitgemäße Schulaufklärung und „Gendermainstreaming“ auf die Strasze gegangen werden.


Der Besorgte Eltern e.V. besteht vor allem aus christlichen Fundamentalist*innen die es als ihre Aufgabe ansehen, Homophobie und Anti–Feminismus unter die Leute zu bringen. Dabei zielen sie meist auf den Bildungsbereich und richten sich bevorzugt an Kinder und Familien. Unterstützung erfuhr der Verein dabei bislang vor allem vom russischen Staatsfernsehen, doch auch mit dem Rechtspopulisten Jürgen Elsässer gab es bereits gemeinsame Veranstaltungen.

Der Verein steht mit seiner Hetze gegen die angebliche Umerziehung durch eine „Homo-Lobby“ und das Propagieren „Patriarchaler–Werte“ keineswegs alleine da, sondern ist Teil einer Strömung, die mittlerweile problemlos tausende mobilisiert. Von den Montagsmahnwachen über die „xxGidas“ (xx gegen die Islamisierung des Abendlandes) bis zur AfD (Alternative für Deutschland): Überall wird eine völkisch–autoritäre „Rückbesinnung“ als Antwort auf den kriselnden Kapitalismus präsentiert.

Statt Selbstorganisation und Klassenkampf setzt der autoritäre Charakter auf Untertanengeist und Disziplinierung: Der Souverän kann seinen Subjekten so ohne größere Probleme fast alles Zumuten – solange sie sich dem Kollektiv zugehörig fühlen können, welches es gegen „das Andere“ zu verteidigen gilt. Zugegeben, darüber was nun genau dieses „Andere“ ist besteht nicht immer Einigkeit — die Zionist*innen, der Islam, Amerika (oder der Imperialismus), Geflüchtete, das Zinssystem, Europa oder die „Pleitegriechen“ – doch das Ziel wird erreicht.

Wie es einer*m selbst im Hamsterrad geht ist nahezu egal — Hauptsache anderen geht es schlechter. Niemand kritisiert den Souverän und an allem Bösen ist „das Andere“ Schuld. Das macht einiges ertragbar: Eine Lohnkürzung oder gar Entlassung mag mit etwas Murren über die „Heuschrecken aus x“ noch hinnehmbar sein, eine gender–gerechte Sprache oder Unterkünfte für Geflüchtete hingegen, bringen das Fass zum Überlaufen.


Ob es nun darum geht, bestimmte Gruppen auszugrenzen damit das Kollektiv gefestigt wird oder ob uns eingetrichtert werden soll, dass wir uns einfach mehr anstrengen müssen, um uns selbst zu optimieren und für den Standort leidensfähig zu sein: Wir haben auf den ganzen Scheiß keinen Bock und werden uns auch nicht von irgendwelchen besorgten Bürger*innen voll–normen lassen.

  • Für eine solidarische Gesellschaft jenseits von Staat, Nation und Kapital — für eine Gesellschaft, in der Menschen ohne Angst verschieden sein können.

  • Ausgrenzungsmechanismen offenlegen und bekämpfen: Ab auf die Straße gegen Patriarchat und Normierung.

  • Fight Sexism — Fight Homphobia!


Gemeinsamer Treffpunkt und Kundgebung:
Samstag, 24. Januar, 11 Uhr
Hansaplatz, St. Georg, Hamburg

Für Infos und Nachfragen meldet euch bei uns ichkriegzustaende@gmx.de (btw: das geht auch verschlüsselt) oder schaut beim offiziellen FB Event vorbei.