Post an uns. Oder so.

Sozialer Brennpunkt : Kiel-Gaarden: Ein Stadtteil schafft sich ab

Früher war Kiel-Gaarden ein angesehener Arbeiter-Stadtteil, doch er entwickelt sich zum Problem. In Online-Portalen wird vor Gaarden als "No-Go-Area" gewarnt.

Mord, Raub, Drogendealer mit Goldkettchen in aufgemotzten BMWs und Kinder in bitterer Armut – ein Quartier schmiert ab. Die Rede ist nicht vom Berliner Brennpunkt Neukölln, sondern vom Kieler Stadtteil Gaarden. 40 Prozent der 17.000 Bürger erhalten dort ihr Geld vom Amt. Zwei Drittel der Kinder und Jugendlichen leben von Sozialhilfe, mehr als die Hälfte der Menschen hat einen Migrationshintergrund.
SHZ-Online vom 1. Februar 2011

Das Gegenteil von Gut ist gut gemeint

Werte Gruppe "Ich krieg Zustände", zur Abwechslung mal ne kleine Denksportaufgabe. Wir hoffen ihr befindet euch in einem Zustand, der seichte geistige Ertüchtigung zulässt.

Stellt euch vor Ihr in lebt in Gaarden, recht östlich gelegen vom Wohlstand des Westufers. Ein Stadtteil, der seit Jahrzehnten als Ausländer-, Säufer-, Drogen, RTL2-Assi, Zecken und dann irgendwann als Hartz IV Ghetto abgestempelt wurde, abgestempelt von Presse, Politik, Bullen, den Wg-Suchforen der offenen Student_innenszene und allen weiteren Ärschen, denen der Gestank des Elends und der Armut zu Kopfe gestiegen ist. Schon unsere Eltern warten uns vor diesem Stadtteil mit, (noch) erschwinglichen Mieten und Brandstiftern.

Klar Soweit? Dann stellt Euch vor, Ihr habt rein gar nichts mit "Linker Politik" & Uni am laufen. (Zugegeben, schwierige Aufgabe) Läuft? Dann weiter im Text:

Ihr lebt so in Gaarden vor euch hin, wollt Euch grad nochn kühles Pils vom Döner um die Ecke holen und trefft auf Menschen, die überall Plakate hinkleben, auf denen das Tocotronic-Zitat: "Aber hier leben nein Danke" zu erkennen ist. Diese Stigmatisierung ist man als Gaardener_in aja gewohnt, dass einem irgendwelche arroganten Snobs in die frisch perlende Kaltschale pinkeln wollen. Nach einiger Zeit fallen die Überkleber ab und Gaarden ist voll mit "aber hier leben nein Danke" – Postern. Na ja und dann denkt Ihr Euch noch so: müssen die ja auch nicht... wenn mit Humor genommen. Aber dass die Snobs jetzt auch noch plakatieren gehen, geht dann doch zu weit. Dann habt Ihr nochn Arzt oder Bewährungshelfer aufm Westufer, in Düsternbrook oder so, da findet ihr keine solchen Plakate – Zufall?? Oder Ausdruck dessen, wo man denn so leben möchte bzw. sollte?

Wir verstehen ja die Intention diese Plakate gemeinsam mit den Veranstaltungshinweisen zu kleben, aber nehmt doch mal Spaßeshalber und zum Zwecke des Erkenntnisgewinns, die oben geschilderte Perspektive ein...

Merkt ihr selber, oder?
—die verlierer